Zu meiner Person
C.Böhm
Ich wurde 1952 in der Kleinstadt Sonneberg geboren. Dieses Städtchen liegt am südlichen Ende des Thüringer Waldes, ganz nahe der Grenze zu Bayern. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Sonneberg weltbekannt für seine Spielzeugindustrie. Puppen und anderes Spielzeug wurden in aller Herren Länder exportiert.

In der sozialistischen Phase wurden auch in Sonneberg die vielen Spielzeugfirmen zu großen staatlichen Betriebsvereinigungen umgebildet. Nach der Wende konnten diese Firmengebilde nicht überleben. Heute gibt es wieder eine Vielzahl kleiner Spielzeugfirmen, die begonnen hat, die alten Traditionen Sonnebergs wieder aufleben zu lassen und die Stadt zu dem zu machen was sie einmal war:
Spielzeugstadt.

Und so auch ich.
Nach dem Schulabschluß begann ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau, was aber meinen persönlichen Interessen und Neigungen zu wenig nahe kam. So begann ich noch während meiner Lehrzeit das Abitur and der Abendschule abzulegen. Später, schon als Familienmensch und Mutter begann ich an der hiesigen Fachschule für Spieleuggestaltung ein dreijähriges Studium zum Spielzeugdesigner. Diese Fachschule ist auch heute noch die einzige an der Designer speziell für Spielzeug ausgebildet werden. Nach Abschluß dieser Ausbildung, war ich viele Jahre am Institut für Spielzeug hier in Sonneberg tätig, bis ich mich 1988 als Puppenkünstlerin selbständig machte. Seitdem stelle ich Stoffpuppen nach meiner Vorstellung her. Puppen aus textilem Material haben ihren ganz eigenen Reiz. Sie beitzen eine gewisse Derbheit und auch Schlichtheit. Keine entspricht hundertprozentig der anderen. Das Material läßt dies nicht zu. Es ist auch nicht einfach, spezielle Charakterzüge in die Gesichter der Puppen hineinzuarbeiten, schließlich forme ich nicht mit Ton, sondern bearbeite Trikot mit Nadel und Faden. Aber gerade das ist die Herausforderung, die mich bewog bei dieser Art von Puppen zu bleiben. Meine spezielle Liebe gilt den Miniaturpuppen. Sie entstehen zum Teil nach Märchenfiguren, zum Teil nach meiner ureigensten Vorstellung und manchmal formt sich ein Puppengesicht praktisch von selbst, und wird zu einem Puppenwesen für sich. Die Wege meiner Puppen führen in viele Länder. Heute habe ich feste Abnehmer in Frankreich und England, aber selbst bis Australien und USA sind schon einige reiselustige Puppen gelangt. Ich vertreibe meine Puppen hier in Deutschland nicht über den Handel, sie sind nur direkt ab Firma bei mir zu erhalten. Da Stoffpuppen sehr arbeitsintensiv sind, andererseits aber nicht so gute Erlöse erzielen, wie all die glatten Vertreterinnen dieser Zunft, widme ich einen Teil meines Schaffens der Herstellung von Puppenbekleidung, speziell nach Wünschen der Kunden. Außerdem arbeite ich auch je nach Kundenauftrag auch auf anderen Gebieten des Spielzeugdesigns.

Neben meiner Tätigkeit als Puppenmacherin, die ich seit 1988 freischaffend ausübe, befasse ich mich seit vielen Jahren auch mit der Gestaltung von Plüschtieren aller Art und Größen. So kam ich auch auf Anfrage eines Kunden dazu, mein erstes Laufkostüm zu gestalten. Es war der „Mezi“ für ein Einkaufscenter in Mecklemburg. Seitdem haben viele Kostümgestalten in meiner Werkstatt das Licht der Welt erblickt. Es ist ein interessantes und vielseitiges, wenn auch nicht immer unproblematisches Gestaltungsgebiet. Oft ist es nicht einfach die Musterabbildung vom Papier in die dritte Dimension umzusetzen. Aber gerade das ist der Kreative Bereich, der den Reiz ausmacht.Ich freue mich immer über neue Herausforderungen.

Christine Böhm
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